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Chiropraktik für Pferde

Was ist Chiropraktik, was kann sie und wann braucht man sie?

Manuelle Therapien für unsere Vierbeiner sind in aller Munde. Jeder kennt jemanden, der schon einmal einen Chiropraktiker, Osteopathen oder Physiotherapeuten für seinen Schützling gebucht hat. Als zertifizierte Chiropraktikerin nach IAVC (www.i-a-v-c.com) möchte ich euch zeigen, was „Chiro“ eigentlich ist und was sie euren Pferden und Hunden bringt!

Chiropraktik ist eine manuelle Therapie, die der Prophylaxe und Behandlung des gesamten Bewegungsapparates – sprich sowohl Wirbelsäule, als auch Gliedmaßen – dient. Die Wirbelsäule ist das Grundgerüst des Körpers und dient nicht nur seiner Stabilisierung sondern auch dem Schutz des Nervensystems. Sie setzt sich zusammen aus einer Vielzahl an Wirbelgelenken, wodurch der Körper seine Beweglichkeit aber auch Stabilität erhält.

Was ist eigentlich eine Blockade…?


Das Pferd in diesem Bild zeigt eine asymmetrische Bemuskelung durch eine Gelenksblockade des Kreuz-Darmbein-Gelenks (ISG).

Eine Veränderung in der Beweglichkeit der Wirbelgelenke kann gemeinhin als „Blockade“ bezeichnet werden. Diese Blockaden treten übrigens auch bei anderen Gelenken als Wirbelgelenken auf (z.b. Schulter-, Hüft- oder jedem anderen Gelenk). Blockaden gehen meist mit Steifigkeit, Schmerzen und/oder Verspannungen einher, man spricht dann von funktionellen (Gelenke funktionieren nicht mehr normal) oder pathologischen Folgen (Veränderungen von Gelenken oder Muskulatur wie z.B. Arthrose oder abnormale Bemuskelung).

Oft nimmt man an, dass sich ein blockiertes Gelenk überhaupt nicht mehr bewegt, tatsächlich bewegt es sich meist sehr wohl, aber nur in einem reduzierten Ausmaß. Der Körper versucht die Blockaden auszugleichen, indem die Körperhaltung verändert und andere Teile des Körpers vermehrt belastet werden. Dies bezeichnet man als Kompensation. Bei zu lang anhaltenden oder zu starken Blockaden und Fehlbelastungen tritt schlussendlich eine Störung des Bewegungsablaufes oder eine Lahmheit auf.

Mögliche Ursachen für eine Blockade:

# Trauma (Sturz, Ausrutschen, Festliegen,…)
# Fehlhaltung des Reiters (unbalancierter Sitz, körperliche Schiefe, Rückenprobleme)
# unpassender Sattel
# Transport
# Vollnakrosen
# Haltungsprobleme (Bewegungsmangel, Fütterungsposition, Herdenstress, Bodenbeschaffenheit) uvm.

Symptome einer Blockade beim Reitpferd:

# Unrittigkeit, Probleme in der Anlehnung, Versammlung, bei Übergängen, auf einer Hand beim Reiten
# Schwierigkeiten beim Aufsatteln, Zäumen des Pferdes, rutschender Sattel
# Steifigkeit, Taktfehler
# Reduzierte Leistungsfähigkeit
# Verändertes Verhalten (das möglicherweise durch Schmerzzustände hervorgerufen wird)
# Veränderte Körperhaltung, Rückenschmerzen, veränderte Bemuskelung

Ziel der Behandlung:

Die chiropraktische Behandlung zielt auf eine Wiederherstellung der korrekten Beweglichkeit und Funktion des muskuloskelettalen Systems ab. Dabei wird eine Blockade durch eine Justierung behandelt. Diese Justierung ist ein kurzer Impuls mit niedriger Amplitude und hoher Geschwindigkeit. Die Behandlung wird mit der Hand ausgeführt und erfolgt überdies mit kurzem Hebel, weswegen die Justierung sehr spezifisch und genau ist. So wird direkt am betroffenen Gelenk die bestmögliche Beweglichkeit wiederhergestellt. Wenn das Nervensystem alle Strukturen des Körpers wieder kontrollieren und wahrnehmen kann, verfügen die Patienten über die besten Voraussetzungen, ihr Bewegungspotential zu entfalten und die Gesundheit aufrecht zu erhalten.

Wie läuft eine chiropraktische Behandlung ab?

Zuerst wird – so wie sonst auch bei jeder tierärztlichen Behandlung – eine Anamnese bzw. genaue Patientenhistorie erhoben, um über bisherige Erkrankungen sowie tierärztliche Behandlungen Bescheid zu wissen. Die Bemuskelung und generelle Beweglichkeit werden in Ruhe und in Bewegung bei einer Ganganalyse untersucht. Bei der ersten Untersuchung wird immer auch der Sattel kontrolliert und seine Passform für Pferd und Reiter überprüft. Nach der chiropraktischen Untersuchung und Befunderhebung erfolgt die oben beschriebene manuelle Justierung, die sich auf die diagnostizierten Problembereiche fokussiert.

Je nachdem, welche Befunde und in welcher Intensität diese bei dem jeweiligen Pferd erhoben werden, wird ein weiter Behandlungsplan erstellt. Pferde reagieren unterschiedlich auf die Behandlung und je nachdem ist eine unterschiedliche Anzahl an chiropraktischen Behandlungen nötig.

Wer sollte eine chiropraktische Behandlung erhalten?

Pferde mit akuten als auch chronischen Gliedmaßenerkrankungen profitieren von der Chiropraktik, da eine begleitende Behandlung die Heilung unterstützen kann und oftmals sekundäre auftretende Rückenprobleme verhindert werden können. Natürlich ziehen auch Patienten mit primären Rückenerkrankungen einen erheblichen Nutzen aus chiropraktischen Behandlungen.

Bei älteren Pferden trägt Chiropraktik zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität bei, da die Mobilität und Beweglichkeit verbessert wird. Dadurch wird das Wohlbefinden der Patienten deutlich gesteigert.

Turnier-, Renn-, Arbeits- oder Freizeitpferde können mittels Chiropraktik eine deutlich bessere Performance abliefern, da durch eine regelmäßige Behandlung die Funktionalität des Körpers optimiert und aufrechterhalten wird. Intensive Trainings- oder Turnierphasen gehen somit nicht zulasten des Bewegungsapparates, da der Körper optimal arbeiten kann und Bewegungsabläufe koordinierter von statten gehen.

Bei Interesse an einer chiropraktischen Behandlung oder bei Fragen bin ich jederzeit gerne erreichbar!

Liebe Grüße

Dipl. Tzt. Sophie Salomon